Die Anfänge – Hilfe in einer Zeit ohne Technik
Vor mehr als 150 Jahren prägte Holz als zentraler Baustoff das Bild unserer Heimat im Frankenwald. Wohnhäuser, Ställe und Scheunen bestanden überwiegend daraus – weshalb Brände besonders verheerende Folgen hatten. Häufig blieb nichts anderes übrig, als Menschen und Vieh rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Zum Löschen standen lediglich geflochtene Eimer bereit, die mit Harz und Pech abgedichtet waren. Diese sogenannten „Feuereimer“ befanden sich sogar noch bis in die frühen 1970er-Jahre auf den Dachböden älterer Gebäude.
Im Brandfall half jeder mit, der körperlich dazu imstande war – ungeachtet von Alter oder Geschlecht. Unterstützung zu leisten galt als Selbstverständlichkeit. Aus dieser gelebten Solidarität und Nachbarschaftshilfe entwickelte sich schließlich eine organisierte Feuerwehr
Die Gründung 1871
Am 15. Februar 1871 wurde in Marxgrün die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Damit zählt sie – neben Naila und Schwarzenbach a. Wald – zu den ältesten Wehren des ehemaligen Landkreis Naila und heutigem Landkreis Hof. Sie gliederte sich in eine Spritzen- und Ordnungsmannschaft
Erster Hauptmann war der Weber Heinrich Plank aus Hügel
Diese gab sich nachfolgende Satzung:
Statuten des freiwilligen Feuerwehrvereins Marxgrün vom
28. November 1871
(19 Paragraphen)
1. Zweck der Feuerwehr
Der Zweck der Feuerwehr ist ein geordnetes Zusammenwirken bei Feuersgefahr, um Leben und Eigentum der Bewohner Marxgrüns zu schützen.
2. Stellung der Feuerwehr
Die Feuerwehr bildet ein selbständiges Corps und steht unter der Leitung eines Vorstandes.
Den Befehl über die Mannschaft während der Übungen und bei Brandfällen hat der aus der Mitte gewählte Hauptmann, welcher die nötigen Anordnungen treffen wird.
3. Aufnahme
Aufgenommen wird jeder 16-jährige gutbeleumdete männliche Einwohner Marxgrüns. Die Anmeldung hat persönlich oder schriftlich beim Vorstand zu geschehen.
4. Austritt
Der Austritt steht jedem Mitgliede zu jeder Zeit frei; es wird jedoch vorausgesetzt, dass niemand ohne ganz triftige Gründe aus diesem für das allgemeine Wohl so nützlichem Verbande ausscheiden wird.
5. Einteilung der Feuerwehr
Die Feuerwehr zerfällt in drei Hauptabteilungen, in
a)Steiger
b)Spritzmänner
c) Retter
Sie werden in einzelne Abteilungen geschieden, von denen jeder ihre Bestimmung angewiesen ist.
Zur Erreichung des Zweckes ist militärische Ordnung eingeführt.
6. Führung der Feuerwehr
Bei allen Übungen und Brandfällen befehligen unabhängig vom Vorstand die Mannschaft:
- Ein Hauptmann mit dem Oberbefehl über das Ganze
- und im Verhinderungsfall ein Rottenführer oder Mitglied.
7. Wahl der Führer
Die Wahl geschieht alljährlich per Akklamation
8. Pflichten der Führer
I. Der Vorstand hat die Pflicht:
- Darüber zu wachen, dass der Hauptmann, die Rottenführer und alle übrigen Glieder des Corps ihre Obliegenheiten erfüllen.
- Die Feuerwehr nach außen zu vertreten.
II. Der Hauptmann ist verpflichtet:
- Beim Brand und den Übungen die Oberleitung zu übernehmen und die richtige Führung der Mannschaft zu überwachen.
- Die Übungen anzuordnen.
- Allenfalls vorkommende Fehler und Versäumnisse sofortige Abhilfe zu rügen und auf sofortige Abhilfe zu dringen.
- Die Verwaltung der Gerätschaften zu überwachen.
III. Dem Hauptmann ist ein Adjudant und Schriftführer beigegeben; der Adjudant hat die Befehle des Hauptmanns an die Mannschaft zu überbringen.
9. Pflichten der Mitglieder
Jedes Mitglied der Feuerwehr verpflichtet sich im Allgemeinen zu vollkommener Erfüllung der von demselben übernommenen Verbindlichkeiten nach Kräften beizutragen und im besonderen:
- Den Führern unbedingt Gehorsam zu leisten.
- Den Ihm angewiesenen Posten ohne Erlaubnis des Hauptmanns nicht zu verlassen
- Bei den Übungen zur festgelegten Zeit, bei einem Brande so schnell als möglich zu erscheinen.
- Das Material möglichst zu schonen.
- Durch Wort und Tat jederzeit zu bestätigen, dass ihm die Erreichung des von der Feuerwehr vorgesetzten Zweckes eine Ehrensache sei. Wer bei einem Brande und einer Übung nicht erschienen ist oder zu denen erscheinen, verhindert war, hat sich darauf genügend zu entschuldigen.
10. Strafen
Wer sich gegen die Statuten verfehlt, soll bestraft werden mit Verweis, Geld und schließlich mit Ausschluss, welchen der Ausschuss bestimmt.
11. Ausschuss
Den Ausschuss bilden: Der Verstand, der Hauptmann, ein Schriftführer, ein Adjutant und ein Rottenführer.
12. Pflichten des Ausschusses
Der Ausschuss tritt, wenn es nötig ist, zusammen und hat die Vereinstätigkeit zu überwachen.
13. Generalversammlung
Alljährlich findet eine regelmäßige Generalversammlung statt. Außerdem kann der Vorstand oder der Ausschuss, sobald es nötig erscheint, eine Generalversammlung einberufen.
14. Übungen
Um die Mitglieder in Tätigkeit zu erhalten, werden von Zeit zu Zeit Übungen gehalten.
15. Gerätschaften
Sämtliche Löschgeräte der Feuerwehr sind Eigentum der Gemeinde Marxgrün, für deren Erhaltung stets die Gemeinde zu sorgen hat. Für die Erhaltung der, den Mitgliedern anvertrauten Vereinsgegenständen sind die betreffenden Mitglieder stets verantwortlich und in gewissen Fällen such strafbar.
16. Kleidung
Bekleidung nach eigener Beratung
17. Kosten und Lasten
Für die Reinigung der Feuerwehrgerätschaften sorgt die Mannschaft. Aller Kosten und Lasten frei sind sämtliche aktive Mitglieder der Feuerwehr
18. Schiedsgericht
Etwaige Streitigkeiten dürfen niemals auf dem Brand- oder Übungsplatz ausgemacht werden. Dieselben sind bei dem Hauptmann anzumelden und vom Ausschuss als Schiedsgericht zu entscheiden. Dem Ausspruche des Schiedsgerichts haben sich die Beteiligten unbedingt zu unterwerfen.
19. Verpflichtung
Jedes Mitglied der Feuerwehr verpflichtet sich durch Unterzeichnung in der Einzeichnungsliste zur Erfüllung vorstehender Statuten.
Marxgrün, den 28. November 1871
Der Ausschuss des Freiwilligen Feuerwehrvereins:
Georg Hofmann (Vorstand)
Heinrich Plank (Hauptmann)
Nikolaus Hofmann (Rottenführer)
Stang (Schriftführer)
________________________________________________
Die Anfänge (1872 – 1900)
1872
die freiwillige Feuerwehr zählt 24 Mitglieder
14. März 1873
die Ausschussmitglieder (bis 1978 Gemeinderat, heute Stadtrat) beschlossen, dass sämtliche männlichen und volljährigen Hausbesitzer als passive Mitglieder der Feuerwehr beizutreten und monatlich 3 Kreuzer zu entrichten haben
13. Juni 1873
wegen einer fehlender Unterbringungsmöglichkeit für die Feuerspritze wurde der Bau einer provisorischen Bretterhütte zwischen Schulhaus und Schulgarten beschlossen – ein „Provisorium“, das erst 90 Jahre später 1963 endgültig abgelöst wurde
1875
die neue Feuerlöschordnung von 09.11.1874 tritt in Kraft
13. Februar 1875
dem königlichen Bezirksamt wurde das Verzeichnis über Mannschaft und Gerätschaften vorgelegt
18. Februar 1878
der Gemeinderat beschloss einen Anbau am Spritzenhaus. Eine Ausschreibung ergab folgende Angebote: Zimmermann Kaiser 45 Mark, Zimmermann Drechsel 40 Mark, er erhielt auch den Zuschlag
1886
wegen einer fast militärisch anmutenden Satzung beklagte sich die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr darüber dass viele Mitglieder bei Übungen öfter fehlten und sich sehr lässig zeigten, worüber sich andere Wehrmänner entrüstet haben. Vom Ausschuss wurde deshalb folgendes beschlossen:
Wer sich von den Übungen dispensieren lassen will, hat eine Gebühr je nach Alter von 1-5 Mark zu bezahlen, andernfalls wird er zur Pflichtfeuerwehr überwiesen
Anlässlich einer Gemeindevisitation am 22.10.1886 durch das königliche Bezirksamt Naila wurde der Beschluss beanstandet und musste aufgehoben werden. Es wurde deshalb festgelegt, aus den Jahrgängen der 40 - 50 Jährigen eine Reservemannschaft zu bilden
1893
fand der Feuerwehrgautag in Marxgrün statt
Technischer Fortschritt und neue Herausforderungen
(1894–1933)
bis 1897
in diesen Jahren hatte sich der Gemeinderat wieder mit dem Problem des Spritzenhauses zu beschäftigen. Das bisherige war baufällig geworden und eine Reparatur lohnte sich nicht mehr.
1897
wurde der Distrikts-Techniker Stengel gebeten, einen Plan und Kostenvoranschlag für das Spritzenhaus zu erstellen.
1898
wurde der Kostenvoranschlag vorgelegt. Es ergab sich eine Gesamtsumme von 850.- Mark. Da kein Eigenkapital vorhanden war und die Schuldendienstbelastung zu hoch gewesen wäre, wurde die Finanzierung wiederum durch den Bieraufschlag vorgenommen. Um aber die Wirte nicht allzu sehr zu belasten, wurde beschlossen, für die 10jährige Erhebungsperiode pro hl nur 50 Pfennig zu erheben.
Bereits im April 1898 wurde der Bau des Spritzenhausneubaues an Baumeister Heinrich Brandler aus Issigau vergeben. Das benötigte Darlehen wurde bei der Distriktsparkasse Naila aufgenommen
1899
die vorhandene Feuerspritze ist nicht mehr zeitgerecht und muss umgehend durch eine neue leistungsfähigere ersetzt werden.
Der Gemeinderat entscheidet sich für eine vierrädrige Landfahrspritze der Fa. Knape aus Merane in Sachsen. Diese Spritze hatte 100mm Zylinderweite und war mit 4 Sitzplätzen versehen. Die gesamte Konstruktion bestand aus Eisen und kostete 1959 Mark. Diese Anschaffung wurde durch einen Bieraufschlag bestritten
1903
Inbetriebnahme der Wasserleitung in Marxgrün und
1906
in Kleinschmieden und Hölle. Dadurch verbesserte sich der Feuerschutz erheblich
1906
für die Beschaffung einer Leiter wurden vom Gemeinderat jährliche Rücklagen von
30,- Mark beschlossen
13. November 1907
bei der Inspektion durch Bezirksfeuerwehrvertreter wurden einige Mängel festgestellt und verschiedenen Neuanschaffungen angeregt. Die Anschaffung einer Leiter wurde umgehend vorgenommen und unter einem Leiterdach an der Sinterhauf'schen Scheune aufbewahrt
Auf Grund einer bezirksamtlichen Anordnung wurde für Hölle ein Schlauchwagen beschafft
1911
trat man an das Kohlensäurewerk Hölle heran, den Hydrantenwagen in der leerstehenden Schneidmühle unterzubringen. Dem wird entsprochen. Diese Unterstellmöglichkeit wurde bis zum Jahr 1950 beibehalten
10. September 1913
bei Schneidermeister Weber aus Selbitz wurden Feuerwehrjoppen
für 342,90 Mark gekauft
1914 - 1918
bedingt durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterblieb für einige Jahre die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen und sonstigen notwendigen Vorhaben. Der Feuerschutz wurde von nicht zum Kriegsdienst eingezogenen meist älteren früheren aktiven Wehrmännern aufrecht gehalten.
Auch nach Beendigung des Krieges und in der Zeit der Inflation war an einen Ausbau der Wehr nicht zu denken.
So war man schon zufrieden, als die Gemeinde der Wehr die Genehmigung zum Auffüllen des Sanitätskastens durch die Apotheke in Naila gab
5. August 1924
fand erneut ein Gautag mit den Feuerwehren aus dem Bezirk Naila mit einer großen Schauübung am Anwesen Adam Sinterhauf statt
1925
stifteten das Kohlensäurewerk und das Textilwerk eine mechanische Leiter
Frühjahr 1926
die Feuerwehr bat die Gemeinde, die örtlichen Pferdebesitzer verbindlich einzuteilen, damit sie bei Brandeinsätzen und Übungen die Bespannung der Spritze übernehmen. Dem Antrag wurde stattgegeben. Alle Pferdebesitzer wurden informiert und verpflichtet, sich im Alarmfall und bei Übungen umgehend mit ihren Gespannen am Spritzenhaus einzufinden
Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass das Trocknen der Schläuche durch das Aufhängen an Gartenzäunen ungeeignet war und deren Lebensdauer erheblich verkürzte
Aus diesem Grund errichteten die Wehrmänner in Eigenleistung vor dem Spritzenhaus einen Schlauchtrockenmast. Dieser bewährte sich bis zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit Trockenturm im Jahr 1963
26. September 1931
der Feuerschutz der höher gelegenen Anwesen und der Industriebetriebe wurde zum Problem. Nachdem großzügige Spenden der Industrie eingingen, wurde mit der Firma Magirus der Kaufvertrag über eine Motorspritze des Modells 800/1000 Danubia abgeschlossen. Der Preis betrug 7720 Reichsmark. Hierzu wurde ein Staatszuschuss von 40% gewährt
14. und 15. November 1931
Übergabe der Motorspritze an die Feuerwehr. Zum Transport von Motorspritze und Mannschaft stellte das Textilwerk ihren Lastkraftwagen zur Verfügung
Frühjahr 1932
die neue Motorspritze kam bei einem Scheunenbrand am Anwesen Frank das erste Mal zum Einsatz. Ein Ausbreiten des Feuers konnte verhindert werden, was mit den herkömmlichen Spritzen wahrscheinlich nicht gelungen wäre
ebenfalls 1932 rückte die Marxgrüner Wehr nach Bad Steben zu einem Wohnhausbrand aus und leistete mit der neuen Motorspritze wertvolle Nachbarschaftshilfe
Zeit des Umbruchs (1933–1946)
1933
die politischen Entwicklungen hatten spürbar negative Auswirkungen auf die Freiwillige Feuerwehr. Besonders die wachsende Konkurrenz zwischen dem Parteidienst mit seinen Organisationen und dem Feuerwehrdienst stellte eine große Herausforderung dar
1939
wurde die Feuerwehr mit ihrem gesamten Vermögen der Gemeindeverwaltung unterstellt und verlor damit faktisch ihren Status als eigenständiger Verein. Sie wurde in die Feuerschutzpolizei überführt und organisatorisch der Polizei angegliedert. Ab diesem Zeitpunkt wurden zudem keine Protokolle mehr geführt
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden grundsätzlich alle Einwohner des Ortes zur Brandbekämpfung verpflichtet
Wiederaufbau und Modernisierung (1945–1990)
1945
nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches musste auch die Feuerwehr komplett neu organisiert und aufgebaut werden. Die Erfahrungen des Krieges – vor allem die Bombenangriffe auf Städte und Dörfer – machten der Bevölkerung
1946
trotz erheblicher Schwierigkeiten – teils sogar Schikanen – durch die Besatzungsmacht und auch durch deutsche Behörden meldeten sich wieder zahlreiche Männer zum freiwilligen Dienst für die Allgemeinheit. Auch wegen der Verluste bei der Ausrüstung – so wurde in der Notzeit manche Uniform kurzerhand zum Sonntagsanzug umfunktioniert – ließen sich die Männer nicht entmutigen. Schon bald hatte die Feuerwehr ihre ursprüngliche Schlagkraft wieder erreicht
1951
80-jähriges Jubiläum mit Feuerwehrfest, Umzug und einer großen Schauübung auf dem Gelände des damaligen Textilwerks (heute LEAD) gemeinsam mit benachbarten Feuerwehren
30. April 1959
Anschaffung einer Tragkraftspritze TS 8/8 bei der Firma Paul Ludwig in Bayreuth
30. Oktober 1959
ein gebrauchter Borgward-Lkw, der in Eigenleistung mit Unterstützung des Textilwerks Marxgrün umgebaut wurde an die Wehr übergeben. Dadurch war es notwendig, die Einfahrt des Spritzenhauses zu vergrößern – auch diese Arbeit erledigten die Feuerwehrmänner in Eigenleistung.
Herbst 1959
Beschluss des Gemeinderates, ein neues Verwaltungsgebäude mit Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Planung Architekt Glanz aus Hof, Bauausführung durch Baugeschäft Herpich aus Naila zum Preis von 110.000,- DM
Juli 1964
offizielle Einweihung des „neuzeitlichen" (heutigen) Gerätehauses. Das neue Feuerwehrgerätehaus erfüllte alle modernen Anforderungen: Es bot eine Dienstwohnung, einen Unterrichtsraum und weitere Einrichtungen, die den neuesten feuerwehrtechnischen Standards entsprachen
1968
Gründung der ersten Jugendgruppe, es war auch die erste Jugendgruppe im ehemaligen Landkreis Naila. Der Ausbildungsstand der Feuerwehr wurde kontinuierlich verbessert. Das zeigte sich unter anderem daran, dass die Feuerwehrleute die Leistungsabzeichen der Stufen 2 und 3 erfolgreich abgelegten
03. u 04. Juli 1971
100-jähriges Jubiläum mit Kreisfeuerwehrtag und Fahrzeugübergabe.
Durch Eigeninitiative der Wehr, durch Spenden sowie durch die Weitsicht und Unterstützung des Gemeinderates konnte der Feuerwehr anlässlich des 100-jährigen Jubiläums ein vollausgerüstetes Löschfahrzeug Magirus LF 8 Ts – Allrad übergeben werden. Hierbei handelte es sich um ein Vorführfahrzeug, da das eigentliche Fahrzeug nicht fertiggestellt werden konnte
05. Dezember 1971
der Borgward LKW wird an die Feuerwehr Langenbach verkauft und übergeben
11.Dezember 1971
offizielle Fahrzeugübergabe des fertiggestellten LF 8 der Firma Magiru
1972
beklagte Vorstand Sinterhauf Nachwuchsmangel
1972
der Altlandkreis Naila war Vorreiter unter allen Landkreisen in Oberfranken und führt die Sirenen- und Funkalarmierung ein
07. Juni 1974
eine Löschgruppe der Feuerwehr Marxgrün legt als erste Gruppe im Landkreis die Leistungsprüfung nach der neuen im März 1974 in Bayern eingeführten Feuerwehrdienstvorschrift 4 (FwDV 4) ab
03. März 1976
wir werden mit Atemschutz ausgerüstet. Das LF wird in Eigenleistung umgebaut um die Atemschutzgeräte zu verlasten
01. Mai 1976
es gab wieder genügend Nachwuchs, die Feuerwehrjugendgruppe wurde wieder gegründet
28. Juni bis 28. Juli 1976
wurde über eine 700 m lange Förderleitung Wasser in das Ortsnetz gepumpt und somit die Wasserversorgung während der Bauarbeiten an der Versorgungsleitung aufrechterhalten
19. Januar 1980
wurde aufgrund eines Stadtratsbeschlusses der Raum der ehemaligen Gemeindeverwaltung und des Wasser- und Bodenverbandes der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. In rund 125 Arbeitsstunden wurden fast alle fälligen Umbau- und Renovierungsarbeiten in Eigenleistung ausgeführt
20. Juni 1980
Einweihung des „neuen“ Unterrichtsraumes in der ehemaligen Gemeindekanzlei
01. Mai 1982
stellte die Feuerwehr erstmals nach dem Krieg wieder einen Maibaum auf
08. Juli 1982
der Feuerwehrprüfdienst der staatlichen Feuerwehrschule verwarf den Tragkraftspritzenanhänger (TSA), er entsprach nicht mehr den Vorschriften und durfte nur noch im Handzug benutzt werden
19. Februar 1982
Gründung einer Damenlöschgruppe. 12 Frauen erklärten bereit aktiven Dienst zu leisten
18. Juni 1983
die Damenlöschgruppe legt die Leistungsprüfung Stufe I ab
02. Juni 1984
fand der Kreisfeuerwehrtag in Marxgrün statt
09. Mai 1986
Umzug in den bis heute genutzten Unterrichtsraum, vormals Sitzungssaal der Gemeinde
1987
Einrichtung des Unterrichtsraumes aus eignen Mitteln
1988
Jugendgruppe gewinnt Jugendleistungsmarsch in Wüstenselbitz
24. November 1989
am 9. November 1989 viel der eiserne Vorhang und kurze Zeit später, am 24. November, kam der erste Besuch von "drüben". Es wurde ein schöner geselliger Abend, sodass sechs der zwölf Besucher aus Saaldorf gleich bei Marxgrüner Kameraden übernachteten.
Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1990 stimmten die Saaldorfer für eine Partnerschaft mit dem Marxgrüner Feuerwehrverein. Im Februar 1990 fand der erste Gegenbesuch statt. Die Partnerschaft wurde besiegelt und hält bis heute
Der Weg in die Moderne (1990–2010)
08. September 1990
5. Kreisjugendfeuerwehrtag mit Jugendleistungsmarsch in Marxgrün
1991
19 Funkmeldeempfänger wurden dank der finanziellen Unterstützung der Firmen Frankenwaldmineralbrunnen, Höllensprudel, Draloric und der Sparkasse an die Wehr übergeben
14. Mai 1993
Ehrenkommandant Herbert Höger und Ehrenbrandmeister Siegfried Roßner werden mit dem Deutschen Feuerwehrehrenzeichen in Silber für ihr Engagement um das Feuerwehrwesen ausgezeichnet. Beide waren als Kommandant und gleichzeitig als Schiedsrichter im Inspektionsbereich lll tätig
20. Februar 1995
Übergabe eines Stromerzeugers dank der Unterstützung örtlicher Betriebe
03.–05. Juli 1996
Kreisfeuerwehrtag mit 125-jährigem Jubiläum
11. Dezember 1996
Auftragsvergabe für ein neues LF 8/6 TS – Allrad auf IVECO Magirus
01. Juni – 04. August 1997
die Toreinfahrten werden vergrößert, Sektionaltore eingebaut sowie die über 30 Jahre alte Elektroinstallation überarbeitet. Hierfür wurden ca. 500 Arbeitsstunden Eigenleistung und ca. 1200,-- DM Eigenmittel aufgebracht. Zusätzlich erfolgten der Einbau eines Waschbeckens und Boilers sowie Malerarbeiten und die Ausbesserung des Betonestrichs
März 1998
Ehrenabend, langjährige Mitglieder werden mit der neu geschaffenen Ehrennadel des Feuerwehrvereins in Gold und Silber ausgezeichnet
26. April 1998
wurde das neue Fahrzeug LF 8/6 im Magirus Werk in Weisweil abgeholt
02. Mai 1998
offizielle Fahrzeugübergabe LF 8/6. Das erste wasserführende Fahrzeug der Wehr, wieder ein Meilenstein in der Geschichte der Wehr!
16. Oktober 1998
Übergabe eines Notfallkoffer, einer Schaufeltrage und Halskrausen durch Dr. Stefan Breit vom Förderkreis Notfallversorgung Hof Stadt und Landkreis Hof
Januar 1999
Satzungsänderung, das Aufnahmealter wurde auf 12 Jahre gesenkt
03. Mai 2000
die Wehr bekam gegen Spendenquittung einen gebrauchten VW-Bus des Überlandwerk Naila und baute diesen in ca. 450 Arbeitsstunden auf eigene Kosten zu einem Einsatzfahrzeug um. Das im wesentlichen fertiggestellte Mehrzweckfahrzeug wurde im Rahmen einer Inspektion durch den Kreisbrandinspektor 22. Oktober 2000 offiziell vorgestellt
30. November 2000
die letzte Leistungsprüfung nach den alten Bestimmungen im Inspektionsbereich III wurde abgelegt
29. Januar 2001
Ehrenkommandant Herbert Höger erhält die Ehrenmedaille des Landkreises Hof
29. Januar 2001
präsentierte sich die Feuerwehr im Internet; www.feuerwehr-marxgruen.de wurde beantragt und ging kurz danach online
24. März 2001
offizielle Indienststellung des Mehrzweckfahrzeuges Florian Marxgrün 49/1 (sonstiges Löschfahrzeug). Die Wehr hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Löschfahrzeuge
19.10.2005
Sparkasse und VR-Bank spenden der Jugendgruppe einen PC mit Zubehör
01. Mai 2006
25. Maibaumaufstellung in Folge
25. Oktober 2008
eine neue TS 8 - Rosenbauer FOX 3 PFPN 10-1500 wird in Dienst gestellt und ersetzt damit die TS 8/8 Paul Ludwig
01. Dezember 2010
das Mehrzweckfahrzeug, Florian Marxgrün 49/1 (sonstiges Löschfahrzeug), wurde abgemeldet, „der TÜV hat uns geschieden“
Der Fortschritt geht weiter (2010–2026)
23.Dezember 2010
die Stadt Naila gewährt der Wehr einen Zuschuss in Höhe von 10 000,- €, dies entsprach dem Wert eines Tragkraftspritzenanhänger (TSA) ohne Beladung
23. Februar 2011
vom Zuschuss der Stadt Naila und den Einnahmen aus einer Spendenaktion wurde ein gebrauchter IVECO Daily gekauft und zu einem Mehrzweckfahrzeug in Eigenleistung umgebaut
30. April 2011
das neue Mehrzweckfahrzeug wurde offiziell an die Wehr übergeben und in Dienst gestellt
30. April 2011
Festkommers anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Feuerwehr Marxgrün
12. Dezember 2012
der alte Unterrichtsraum im Keller, der durch Spenden und in Eigenleistung zum Jugendraum umgebaut wurde, wird an die Jugendgruppe übergeben
14. September 2013
unsere Wehr gewinnt den Kuppel-Cup des Landkreises Hof in Naila in der Erwachsenen und Jugendwertung
24. Oktober 2013
die Verantwortlichen der Wehr stellen bei Bürgermeister Stumpf den Antrag auf Erweiterung am bestehenden Feuerwehrgerätehaus Marxgrün um einen Stellplatz
03. Mai 2014
in Marxgrün findet der Kuppel-Cup des Landkreises Hof statt
04. Juli 2014
der Förderkreis Notfallversorgung Stadt und Landkreis Hof e.V. spendet und übergibt eine Schleifkorbtrage
20. Oktober 2014
Dank Unterstützung der Sparkasse mit 750,- € aus dem Reinerlös des PS Sparens wurde der Feuerwehr Marxgrün ein Gerätesatz Absturzsicherung übergeben
31. Januar 2015
beschloss die Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung sowie die Umwandlung des Vereins „Freiwillige Feuerwehr Marxgrün“ in „Freiwillige Feuerwehr Marxgrün e.V.“
31. Oktober 2015
Die Jugendgruppe erhält neue Einsatzkleidung. Möglich wurde dies durch Spenden aus einer Crowdfundingaktion der VR Bank Hof
2016
Einführung des Digitalfunk
08. April 2016
Startschuss für die Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses. Zu enge, nicht normkonforme Stellplätze, beengte Verhältnisse und ein nasser Keller sollten damit bald der Vergangenheit angehören
27. Januar 2018
Vorsitzender Jürgen Brandler wurde von seinem Stellvertreter Peter Roßner für 30 Jahre + 5 Tage Vorstandstätigkeit geehrt. Brandler war vom 22.01.1988 - 04.08.2006 zweiter Vorsitzender und vom 04.08.2006 - 27.01.2018 erster Vorsitzender. Bei der Neuwahl von Vorstandschaft und Kommandantur kam es zu einem Generationswechsel, alle Vereinsämter wurden von jungen Kameradinnen und Kameraden übernommen. Jürgen Brandler wurde auf einstimmigen Beschluss der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt
21. April 2018
Bürgermeister Frank Stumpf übergibt nach zwei Jahren und 2 Wochen Bauzeit in einer Feierstunde das sanierte „alte Gerätehaus“ sowie den neuen Stellplatz an die Feuerwehr Marxgrün. Die Wehr erbrachte über 1200 Arbeitsstunden Eigenleistung und ersparte der Stadt Naila ca. 20 000 €. Insgesamt kosteten der Anbau und die Kellersanierung 305 000,- €
23. August 2018
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verleiht das "Große Ehrenzeichen" für 50 Jahre aktiven Dienst an Günter Löhner
2019
die Gerätewartung wird digitalisiert. Der „Papierkrieg“ entfällt
02. August 2019
Landrat Dr. Oliver Bär ehrt Jürgen Brandler mit dem großen Ehrenzeichen für 50-jährige aktive Dienstzeit bei der Feuerwehr
15. Februar 2021
die Feuerwehr Marxgrün wird 150 Jahre alt, die Feierlichkeiten fielen jedoch wegen der Corona-Pandemie aus
03. Juli 2021
Gründung der Kinderfeuerwehr. Die „Marxgrüner Löschprofis“, 15 Mädchen und Jungen kommen das erste Mal zusammen
Sommer 2021
Einführung von Alamos. D.h. wir werden neben der bisherigen Alarmierung über Funkmeldeempfänger und Sirene zusätzlich über das Smartphone alarmiert
10. November 2022
die Verantwortlichen der Wehr beantragen bei der Stadt Naila eine Ersatzbeschaffung für das inzwischen 25 Jahre alte LF 8/6
15. November 2022
der Stadtverwaltung werden erste Ideen zur Ersatzbeschaffung unseres LF 8/6 vorgestellt. Betrachtet wurden dabei ein LF 10 sowie alternativ ein LF 20
16. März 2023
Bei einer Aktion von „Feuerwehr Willi“ gewann unsere Wehr eine Transportaufhängung ultraFLEX PRO. Zur offiziellen Übergabe fand ein gemeinsamer Videodreh mit Feuerwehr Willi sowie der Firma ultraMEDIC statt. Dabei wurde die neu entwickelte Transportaufhängung ultraFLEX PRO ausführlich vorgestellt und ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten demonstriert
19. Juni 2023
eine unabhängige Vergleichsbetrachtung der Firma IBG (Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung GmbH) zur Ersatzbeschaffung unseres LF 8/6 durch ein LF 10 oder LF 20 empfiehlt die Beschaffung eines LF 20
Juni 2023
Einreichung eines Förderantrages bei der Regierung von Oberfranken und Stadtratsbeschluss zur Ausschreibung eines LF 20
11. April 2024
Einführung der digitalen Alarmierung über Tetra. Wir bekommen neue Funkmeldeempfänger
11.07.2024
EU-Veröffentlichung der Ausschreibung eines LF 20 für die Feuerwehr Marxgrün
14. September 2024
Erstmals werden Kameraden als CSA-Geräteträger aus-gebildet. Unsere Wehr unterstützt künftig den Gefahrgutzug Naila/Selbitz
14. Oktober 2024
der Stadtrat beschloss in einer nichtöffentlichen Sitzung die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeuges LF 20 für die Freiwillige Feuerwehr Marxgrün wie folgt zu vergeben:
Los 1 (Fahrgestell) an die Firma MAN Truck & Bus Deutschland GmbH, Nürnberg;
Los 2 (Aufbau) an die Firma Magirus GmbH, Ulm;
Los 3 (Beladung) an die Firma Ludwig Feuerschutz, Bindlach.
Die endgültige Beauftragung erfolgte am 27.Oktober 2024; der Liefertermin ist voraussichtlich Oktober 2026
13. Februar 2025
beide Fahrzeuge werden digital und mit Tablets ausgestattet. Einsatzmeldungen, Navigation zu Einsatzstellen, Standorte von Hydranten und und und … können abgerufen werden. Auch die Personalverwaltung -Aktive Wehr und Verein- wird durch die Verwaltungssoftware FireManager digitalisiert
20. September 2025
erstmals legt ein Löschgruppe die Leistungsprüfung THL ab
28. Oktober 2025
der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Marxgrün e.V. wird gegründet. Zweck des Vereins ist die Unterstützung der Jugend- und Kinderarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen außerhalb der gesetzlichen Mindestausstattung für die aktive Wehr
29.Januar 2026
ist www.feuerwehr-marxgruen.de seit 25 Jahren online
01. bis 03. Mai 2026
wir feiern das 155- jährige Gründungsjubiläum
155 Jahre Freiwillige Feuerwehr Marxgrün
– das ist eine beeindruckend lange Zeit. Sie steht für Generationen von Menschen, die seit 1871 Verantwortung übernommen haben – freiwillig, selbstlos und verlässlich.
Was einst mit Feuereimern und handgezogenen Spritzen begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer modernen und leistungsfähigen Feuerwehr entwickelt. Technischer Fortschritt, neue Fahrzeuge, der Bau erster Spritzenhäuser, später eines zeitgemäßen Gerätehauses und anschließender Erweiterung, eine engagierte Nachwuchsarbeit sowie kontinuierliche Ausbildung zeigen:
Unsere Wehr hat sich stetig weiterentwickelt und ist dabei ihren Wurzeln stets treu geblieben!
Kriege, politische Umbrüche, wirtschaftlich schwierige Zeiten und zuletzt die Corona-Pandemie – der sogar unsere 150-Jahr-Feier zum Opfer fiel – konnten den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft nicht brechen. Im Gegenteil: gerade in herausfordernden Zeiten wurde deutlich, wie stark die Gemeinschaft innerhalb unserer Wehr ist.
Mit dem neuen LF 20, das im Herbst 2026 in Dienst gestellt wird, und einer engagierten, motivierten Mannschaft blicken wir voller Zuversicht in die Zukunft.
155 Jahre Feuerwehr Marxgrün bedeuten 155 Jahre Dienst am Nächsten – geprägt von Mut, Kameradschaft und Verantwortungsbewusstsein.
Darauf dürfen wir stolz sein!
Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr!